Schmerzmittel

Verfügbare Schmerzmittel:


Schmerz ist ein Symptom, keine Diagnose. Welches Medikament sinnvoll ist, hängt weniger von der Schmerzstärke ab als von der Art des Schmerzes und seiner Ursache. Ein starkes Präparat ist nicht automatisch das passende.

Auf dieser Seite erfährst du, wie sich die Wirkstoffgruppen unterscheiden, wann welche Gruppe infrage kommt und welche Punkte insbesondere bei opioidhaltigen Schmerzmitteln zu beachten sind.

Welche Arten von Schmerz gibt es?

Für die Wahl des Wirkstoffs ist die Unterscheidung der Schmerzart entscheidender als die Frage, wie stark es weh tut.

Nozizeptiver Schmerz

Entsteht durch eine tatsächliche Gewebeschädigung: Verletzungen, Entzündungen, Operationen, Arthrose. Er wird meist als drückend, pochend oder stechend beschrieben und ist gut lokalisierbar. Hier wirken entzündungshemmende Schmerzmittel und Opioide.

Neuropathischer Schmerz

Entsteht durch eine Schädigung der Nerven selbst, etwa bei Gürtelrose, diabetischer Nervenschädigung oder nach Bandscheibenvorfällen. Typisch sind brennende, einschießende oder elektrisierende Empfindungen, oft begleitet von Taubheit oder Kribbeln.

Klassische Schmerzmittel wirken hier häufig nur unzureichend. Stattdessen kommen Wirkstoffe wie Pregabalin zum Einsatz, die die Erregbarkeit der Nerven dämpfen.

Akuter und chronischer Schmerz

Akuter Schmerz hat eine Warnfunktion und klingt mit der Heilung ab. Chronischer Schmerz besteht länger als drei bis sechs Monate fort und hat diese Funktion verloren – er ist zu einem eigenständigen Krankheitsbild geworden.

Diese Unterscheidung ist wesentlich: Bei chronischen Schmerzen führt eine rein medikamentöse Behandlung selten zum Ziel. Erforderlich ist in der Regel ein Konzept aus Bewegungstherapie, Physiotherapie und gegebenenfalls psychologischer Schmerztherapie.

Wichtiger Hinweis

Neu aufgetretene, unklare oder sich verschlechternde Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt, bevor sie behandelt werden. Ein Schmerzmittel unterdrückt das Symptom, nicht die Ursache. Warnzeichen wie Lähmungen, Taubheitsgefühle, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust, nächtliche Schmerzen oder Beschwerden nach einem Unfall erfordern eine Untersuchung vor Ort – eine Fernbehandlung ist dafür nicht geeignet.

Die Wirkstoffgruppen im Überblick

Nichtsteroidale Antirheumatika (Ibuprofen)

Ibuprofen hemmt Enzyme, die Entzündungsbotenstoffe herstellen. Dadurch wirkt es zugleich schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend – besonders sinnvoll bei entzündlich bedingten Beschwerden wie Gelenk-, Rücken- oder Zahnschmerzen.

Die Dosierung von 800 mg ist verschreibungspflichtig und für kurzfristige Anwendung vorgesehen. Zu beachten sind Magenschleimhautreizungen bis hin zu Geschwüren, eine Belastung der Nierenfunktion sowie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Ereignisse bei längerer Anwendung. Bei bekannten Magengeschwüren, schwerer Herzschwäche oder eingeschränkter Nierenfunktion ist Ibuprofen ungeeignet.

Metamizol (Novalgin)

Metamizol wirkt stark schmerzlindernd, fiebersenkend und zusätzlich krampflösend – letzteres macht es bei kolikartigen Beschwerden besonders wirksam. Es belastet den Magen deutlich weniger als Ibuprofen und ist auch bei eingeschränkter Nierenfunktion eher anwendbar.

Der entscheidende Punkt ist eine seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkung: die Agranulozytose, ein plötzlicher Ausfall bestimmter weißer Blutkörperchen. Sie kann jederzeit während der Behandlung auftreten und verläuft unbehandelt lebensbedrohlich.

Warnzeichen bei Metamizol

Setze Metamizol sofort ab und suche umgehend einen Arzt auf, wenn während der Einnahme Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder Entzündungen im Mund- und Rachenraum auftreten. Diese Symptome können erste Hinweise auf eine Agranulozytose sein. Ein kleines Blutbild klärt das innerhalb kurzer Zeit.

Opioide (Codein, Dihydrocodein, Tilidin, Tramadol)

Opioide binden an Rezeptoren im zentralen Nervensystem und dämpfen die Weiterleitung und Verarbeitung von Schmerzsignalen. Sie greifen damit nicht am Ort der Schädigung an, sondern an der Wahrnehmung.

Die hier genannten Wirkstoffe zählen zu den schwach wirksamen Opioiden und werden bei mittelstarken bis starken Schmerzen eingesetzt, wenn nicht-opioide Mittel nicht ausreichen.

  • Codein: Wird im Körper erst zu Morphin umgewandelt. Die Geschwindigkeit dieser Umwandlung ist genetisch bestimmt und unterscheidet sich erheblich – manche Menschen sprechen kaum an, andere bilden sehr rasch hohe Wirkspiegel. Codein dämpft zusätzlich das Hustenzentrum.
  • Dihydrocodein: Wirkt stärker und länger als Codein, wird bei entsprechenden Dosierungen als Retardpräparat eingesetzt.
  • Tilidin: Wird als Retardtablette in fester Kombination mit Naloxon verwendet. Naloxon selbst wirkt bei bestimmungsgemäßer Einnahme nicht, blockiert aber die Opioidwirkung bei missbräuchlicher Anwendung.
  • Tramadol: Wirkt zusätzlich auf den Serotonin- und Noradrenalinhaushalt. Daraus ergeben sich zwei Besonderheiten: ein erhöhtes Risiko für Krampfanfälle und die Gefahr eines Serotoninsyndroms bei Kombination mit bestimmten Antidepressiva.

Pregabalin (Lyrica)

Pregabalin ist kein klassisches Schmerzmittel, sondern dämpft die Erregbarkeit überaktiver Nervenzellen. Eingesetzt wird es bei neuropathischen Schmerzen, bei denen andere Substanzen versagen.

Die Dosis wird einschleichend gesteigert. Häufig sind zu Beginn Müdigkeit, Schwindel und Konzentrationsstörungen. Pregabalin darf nicht abrupt abgesetzt werden – erforderlich ist ein Ausschleichen über mindestens eine Woche. Auch für Pregabalin ist inzwischen ein Missbrauchs- und Abhängigkeitspotenzial belegt, insbesondere bei höheren Dosierungen und bei Menschen mit Suchterkrankungen in der Vorgeschichte.

Was bei Opioiden zu beachten ist

Opioide sind wirksame Medikamente mit einem klar umrissenen Risikoprofil. Wer die folgenden Punkte kennt, kann sie deutlich sicherer anwenden.

Toleranz und Abhängigkeit

Bei regelmäßiger Einnahme gewöhnt sich der Körper an den Wirkstoff. Die Folge ist eine nachlassende Wirkung bei gleicher Dosis – Toleranz. Wird die Dosis daraufhin eigenständig erhöht, beschleunigt das die Entwicklung einer körperlichen Abhängigkeit.

Körperliche Abhängigkeit ist dabei nicht dasselbe wie Sucht: Sie entsteht auch bei völlig bestimmungsgemäßer Anwendung und zeigt sich in Entzugssymptomen beim Absetzen. Aus diesem Grund werden Opioide nach längerer Anwendung ausgeschlichen und nicht abrupt beendet.

Ein erhöhtes Risiko für eine problematische Anwendung besteht bei früheren Suchterkrankungen, bei psychischen Begleiterkrankungen und wenn das Medikament nicht gegen Schmerz, sondern gegen Anspannung oder Schlafstörungen eingesetzt wird.

Gefährliche Kombinationen

  • Alkohol: Verstärkt die atemdämpfende Wirkung erheblich. Diese Kombination ist die häufigste Ursache tödlicher Zwischenfälle mit Opioiden.
  • Benzodiazepine und Schlafmittel: Gleicher Mechanismus, gleiches Risiko. Die gleichzeitige Anwendung erfolgt nur unter enger ärztlicher Kontrolle.
  • Andere Opioide: Werden nicht kombiniert. Auch codeinhaltige Hustenmittel zählen dazu.
  • Bestimmte Antidepressiva: In Verbindung mit Tramadol besteht das Risiko eines Serotoninsyndroms mit Unruhe, Fieber, Muskelzuckungen und Verwirrtheit.
  • Paracetamol aus mehreren Quellen: Bei Kombinationspräparaten unbedingt die Gesamtmenge im Blick behalten. Eine Überdosierung schädigt die Leber.

Fahrtüchtigkeit

Opioide und Pregabalin beeinträchtigen Reaktionsvermögen und Aufmerksamkeit. Das gilt besonders zu Beginn der Behandlung, nach jeder Dosisanpassung und in Kombination mit Alkohol.

Ob und ab wann du wieder fahren darfst, entscheidet der behandelnde Arzt. Wer sich unter Einfluss dieser Medikamente ans Steuer setzt, riskiert nicht nur die Fahrerlaubnis, sondern im Schadensfall auch den Versicherungsschutz.

Häufige Nebenwirkungen

  • Verstopfung: Die einzige Nebenwirkung, an die sich der Körper nicht gewöhnt. Sie besteht über die gesamte Behandlungsdauer und sollte von Anfang an mitbehandelt werden – durch ausreichend Flüssigkeit, Ballaststoffe und gegebenenfalls ein Abführmittel.
  • Übelkeit und Erbrechen: Vor allem in den ersten Tagen, danach meist rückläufig.
  • Müdigkeit und Benommenheit: Besonders zu Behandlungsbeginn.
  • Schwindel: Erhöht insbesondere bei älteren Menschen das Sturzrisiko.
  • Atemdepression: Selten bei bestimmungsgemäßer Anwendung, aber die gefährlichste Nebenwirkung. Auffällig flache oder verlangsamte Atmung, starke Schläfrigkeit oder Nichterweckbarkeit sind ein Notfall – umgehend die 112 rufen.

Grenzen der Fernbehandlung

Nicht jede Schmerzsituation eignet sich für eine Behandlung ohne persönliche Untersuchung. Der prüfende Arzt entscheidet dies im Einzelfall, in der Regel nicht möglich ist sie jedoch bei:

  • erstmals aufgetretenen oder ursächlich ungeklärten Beschwerden
  • Schmerzen nach einem Unfall oder mit Verdacht auf eine Verletzung
  • neurologischen Ausfällen wie Lähmungen oder Taubheitsgefühlen
  • Begleitsymptomen wie Fieber, ungewolltem Gewichtsverlust oder nächtlichen Schmerzen
  • chronischen Schmerzen, die einer strukturierten Schmerztherapie bedürfen
  • bekannter Abhängigkeitserkrankung in der Vorgeschichte

Abstände bei Nachbestellungen

Bei opioidhaltigen Schmerzmitteln gelten feste zeitliche Mindestabstände zwischen zwei Anfragen. Anfragen vor Ablauf dieser Frist werden nicht bearbeitet. Ebenso werden mehrere Bestellungen an dieselbe oder eine sehr ähnliche Adresse sowie Zahlungen über Dritte abgelehnt. Diese Regeln sind kein Misstrauen gegenüber einzelnen Patienten, sondern eine notwendige Schutzmaßnahme. Ob eine erneute Anfrage möglich ist, siehst du in deiner Bestellhistorie oder erfährst du im Live-Chat.

Was neben Medikamenten hilft

Gerade bei länger bestehenden Schmerzen ist die medikamentöse Behandlung nur ein Baustein.

  • Bewegung und Physiotherapie: Bei Rücken- und Gelenkschmerzen wirksamer als jedes Medikament allein. Schonung verschlimmert chronische Beschwerden eher.
  • Wärme und Kälte: Wärme bei muskulären Verspannungen, Kälte bei akuten Entzündungen und Schwellungen.
  • Psychologische Schmerztherapie: Wirkt nicht gegen den Schmerz selbst, sondern gegen seine Aufrechterhaltung. Bei chronischen Verläufen fester Bestandteil der Leitlinien.
  • Behandlung der Ursache: Eine Arthrose, ein Bandscheibenvorfall oder eine Nervenerkrankung erfordern eine gezielte Therapie, keine dauerhafte Symptomunterdrückung.
  • Schmerztagebuch: Hilft, Auslöser und Muster zu erkennen, und ist eine wertvolle Grundlage für jedes ärztliche Gespräch.

Auf einen Blick

Die Wahl des Schmerzmittels richtet sich nach der Art des Schmerzes: entzündungshemmende Wirkstoffe bei Gewebeschädigung, Opioide bei stärkeren Schmerzen, Pregabalin bei Nervenschmerzen. Opioide erfordern besondere Sorgfalt wegen Toleranzentwicklung, Abhängigkeitspotenzial, eingeschränkter Fahrtüchtigkeit und der Gefahr in Kombination mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln. Unklare, neue oder sich verschlechternde Schmerzen gehören ärztlich abgeklärt, bevor sie behandelt werden.

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