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Blasenentzündung

Ein stechender, brennender Schmerz mit laufendem Harndrang ist in den meisten Fällen auf eine Blasenentzündung zurückzuführen.
Bei einer Harnblasenentzündung (Blasenkatarrh, Zystitis) handelt es sich um einen Bakterienbefall der Blasenschleimhaut, welche mit Rötung, Schwellung und Empfindlichkeitssteigerungen reagiert.

Zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen zählt sie nicht, aber die Beschwerden sind äußerst lästig und führen zu erheblichen Einschränkungen im Alltag.

Welche Symptome und Merkmale hat eine Blasenentzündung?

Die Hauptanzeichen sind ständiger Harndrang, der etwa alle 10-20 Minuten auftritt mit einem typischen Endschmerz beim Wasserlassen. Manchmal zeigen sich auch eine schwache Blutung und ein tröpfchenweise unwillkürlicher Harnabgang. Das Schmerzempfinden besteht unverändert bei Tag und Nacht.
Frauen sind häufiger betroffen als Männer, da ihre Harnröhre viel kürzer ist, sodass Bakterien eher aus der Geschlechtsregion in die Harnröhre einwandern können. Der häufigste Erreger ist der „Escherichia coli“, ein physiologisch vorhandenes Bakterium im Darm.
In der Medizin unterscheidet man zwischen einer komplizierten und unkomplizierten Blasenentzündung. Sie kann akut auftreten, aber auch eine chronische Entwicklung nehmen.

Bei einer unkomplizierten Blasenentzündung liegen keine Risikofaktoren des Patienten vor, welche begünstigend wirken.
Anders verhält es sich bei einer komplizierten Entzündung. Hier liegen bereits Faktoren vor, die das Risiko zu erkranken begünstigen. Dazu zählen Abwehrschwächen durch Medikamente, Harnstau und Einengung der Harnwege, wiederkehrende Blasenentzündungen oder Blasenfunktionsstörungen.

Weiter lässt sich unterscheiden zwischen einer akuten und chronischen Blasenentzündung. Akute Entzündungen treten, wie der Name schon sagt, zu einem bestimmten Moment plötzlich auf.  Von chronisch spricht man, wenn die Beschwerden sich wenigstens 2-3 Mal im Jahr zeigen.

Was sind die häufigsten Ursachen und ihre Begleiterscheinungen?

Manchmal kann der Verdacht auf eine Blasentzündung auch auf eine Reizblase oder überaktive Blase zurückzuführen sein. Bei einer Reizblase lassen die Schmerzen in der Nacht nach.
Die akute Zystitis macht kein Fieber. Eine Temperaturerhöhung spricht für eine Mitbeteiligung des Nierenbeckens oder der Prostata. Oft geben die Patienten an, dass eine Unterkühlung oder Durchnässung den Beschwerden vorangegangen ist.
Ältere Menschen sind häufiger betroffen als junge Menschen.

Die Ursachen sind auf altersbedingte Schwächungen des Immunsystems zurückzuführen. Diabetes oder andere Erkrankungen des Alters begünstigen das Risiko, zu erkranken.

Schwedische Wissenschaftler haben Untersuchungen zur Folge festgestellt, das Vitamin D vorbeugend wirkt im Bereich der Harntraktinfekte. Vermutlich, weil das Vitamin das Immunsystem stärkt, bewiesen ist es jedoch nicht.
Eine chronische, also rezidivierende, nicht abklingende Harnblasenentzündung ist gewöhnlich die Begleiterkrankung anderer Erkrankungen des Harntraktes.

Dazugehören: Nierenbeckenentzündung, Harnröhrenverengung, Tumore, Steine oder Fremdkörper der Harnblase sowie nervlich bedingte Entleerungsstörungen. Ohne Behebung der Grundkrankheit ist eine gezielte Behandlung der chronischen Harnblasenentzündung nicht möglich.

Wie lässt sich eine Blasenentzündung behandeln?

In erster Linie erfolgt die Bettruhe, nicht nur weil der Körper durch die Blasenentzündung geschwächt ist, sondern um eine gleichmäßige Bettwärme zu gewährleisten. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist sinnvoll, um das entzündete Organ ruhigzustellen.
Wichtig ist reichliches Trinken, ein bis zwei Liter pro Tag beliebiger Getränke, außer Kaffee, Alkohol und kohlesäurehaltigem Wasser.
Bewährt haben sich tassenfertige Nieren – Blasen – Teepulver.
Zusätzlich kann man feuchtwarme Tücher in der Blasengegend auflegen, etwa drei Mal täglich eine Stunde.
Der Arzt verschreibt gewöhnlich Sulfonamide, insofern es sich um eine unkomplizierte Blasenentzündung handelt. Ansonsten erfolgt die Gabe von Antibiotika.

Die Patienten werden schnell beschwerdefrei, dennoch benötigt eine Blasenentzündung
7 -14 Tage zu ihrer Ausheilung. Wenn die Beschwerden länger anhalten, ist eine eingehende ärztliche Untersuchung erforderlich.

Grundsätzlich lässt sich eine Blasenentzündung gut behandeln. Entscheidend sind viele Faktoren und ein Arztbesuch ist sicher empfehlenswert. Die Gabe von Antibiotika ist erfahrungsgemäß in den meisten Fällen nicht erforderlich. Ärzte greifen den Erregern entsprechend auf andere medikamentöse Behandlungen zurück.

Sich allerdings nur auf Hausmittel zu verlassen ist nicht immer der beste Weg.

Zahlreiche alternativmedizinische Produkte stehen auch zur Verfügung. Dennoch ist die eigene Einschätzung nicht medizinisch fundiert.
Man sollte sich bewusst sein, dass eine Nichtbehandlung, insbesondere chronischer Blasenentzündungen, zu einer Nierenbeckenentzündung oder anderen Folgerkrankungen führen kann.