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Allergie

Medikamente gegen Allergien


allergie Die Zahl der an einer Allergie erkrankten Menschen hat in den letzten 30 Jahren dramatisch zugenommen: Schon fast jeder Zweite in den westlichen Industrienationen hat inzwischen eine allergische Erkrankung. Trotz der in den letzten Jahren erzielten Therapie-Fortschritte werden auch heute noch viele Patienten nicht richtig behandelt. Man tut entweder ihre allergische Erkrankung als Lappalie ab oder lässt ihnen keine wirksame Behandlung zukommen.

Was sind Allergien?

Eine Allergie ist eine extrem starke Abwehrreaktion bestimmter Teile des Immunsystems auf einen Stoff (Allergen), der in der Regel völlig harmlos ist. Diese Reaktion zeigt sich in Form eines entzündlichen Prozesses. Betroffen sind dabei Nasen- und Augenschleimhaut (bei Heuschnupfen), der Magen-Darm-Trakt (bei Lebensmittelallergien) und die Atemwege (bei Bronchialasthma). Auch Ganzkörperreaktionen wie der durch Insektenstiche hervorgerufene anaphylaktische Schock können durch Allergene ausgelöst werden.

Allergene

Beim Kontakt mit einem Allergen werden von bestimmten Mastzellen (weißen Blutkörperchen) Histamin, Prostaglandine und Leukotriene freigesetzt, die die Bildung von Antikörpern gegen das bestimmte Allergen auslösen und eine entzündliche Reaktion im Körper oder auf der Haut hervorrufen. Bei den Allergien des Typs I, den am häufigsten vorkommenden Allergien, tritt diese Reaktion sofort auf: Pollen gelangen auf Nasen- und Augenschleimhäute, die kurz darauf anschwellen. Weniger häufig kommen die Typen II, III und IV vor. Beim Typ II sind bestimmte Medikamente oder Bluttransfusionen Auslöser der allergischen Reaktion, beim Typ III organischer Staub (Schimmelsporen, Federpartikel), beim Typ IV organisches Fremdmaterial wie z. B. Transplantate oder Impfstoffe, die vom Körper abgestoßen werden.

Bei der Entstehung von Allergien sind genetische und auch umweltbedingte Faktoren wirksam. So haben z. B. Kinder von Eltern, die selbst an einer oder mehreren Allergien leiden, ein extrem hohes Risiko, später selbst eine Allergie zu bekommen. Auch Umweltverschmutzung und Klimawandel verursachen Allergien: Durch die Veränderung des Klimas auf der Erde geraten die Bäume vermehrt unter Stress und produzieren wesentlich mehr Pollen als zuvor. Heften sich nun die Pollen auch noch an Feinstaubpartikel oder Dieselrußstaub, können sie vom Körper noch besser aufgenommen werden und allergische Reaktionen hervorrufen.

Allergietests

Es gibt verschiedene standardisierte Verfahren, um allergische Krankheiten nachzuweisen. Die wohl am häufigsten verwendete Methode ist der Prick-Test, bei dem verschiedene allergenhaltige Stoffe in direkten Kontakt mit der Haut gebracht werden. Vermutet man beim Patienten das Vorhandensein einer Kontaktallergie, führt man den Epikutantest durch: Ein mit dem vermuteten Auslöser bestrichenes Spezialpflaster wird am Rücken oder Oberarm aufgeklebt und zeigt nach wenigen Tagen, ob der Patient dagegen allergisch ist. Hält man eine Nahrungsmittelallergie für wahrscheinlich, macht man den DBPCFC-Test. Bei diesem sehr zeitaufwändigen Test, der meist stationär durchgeführt wird, bekommt die Testperson täglich eine hypoallergene Grundnahrung verabreicht, der nach und nach verschiedene Nahrungsmittel hinzugefügt werden.

Prophylaxe und Therapien

Da man Allergenen meist nicht aus dem Weg gehen kann, sollte man den Kontakt mit ihnen wenigstens drastisch reduzieren: Hausstauballergiker sollten Teppiche und Teppichböden entfernen und Spezialmatratzen verwenden. Menschen mit Bäckerlunge wird empfohlen, bei der Arbeit eine Feinstaubmaske zu tragen. Auch durch den Verzehr von probiotischen Nahrungsmitteln, die das Immunsystem als Ganzes stärken, kann man das Allergie-Risiko verringern.

Zur Behandlung von Allergien verabreicht man Medikamente und in schweren Fällen Immunsuppressiva. Bei der Pollenallergie kann man auch mit der Hyposensibilisierung (SCIT) gute Therapieerfolge erzielen. Bei dieser Methode wird dem Patienten das Allergen subkutan injiziert, um das Immunsystem an den Auslöser zu gewöhnen. Bei einer anderen Immuntherapie, der SIT, bekommt der Pollenallergiker oder Asthmatiker sein Allergen als Tropfen oder Tabletten verabreicht.

Da manche Allergien durch Stress und psychische Probleme (depressive Verstimmungen, Ängste, unterdrückte Aggressionen etc.) verschlimmert werden, kann man den Krankheitsverlauf auch durch eine begleitende Psychotherapie oder bestimmte Entspannungstechniken wie z. B. Autogenes Training und Selbsthypnose positiv beeinflussen.